Projektwoche Rütenen "Spiel und Bau"


Projektwoche der Primarschule Rütenen zum Thema „Spiel und Bau“

Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.
Friedrich Schiller

Text: Irene Kalt Rehmann

Ob zusammen mit mehreren oder alleine - auf der ganzen Welt und in jeder Kultur wird gespielt. Die Anlage einer Spielsituation wird in einem ersten Schritt gebaut. Meist spielen der Zufall und die Schwerkraft dabei eine zentrale Rolle.
Während einer Woche nehmen wir uns die Zeit und den Raum und lassen Schülerinnen und Schüler spielen: Gesellschaftsspiele, Kreis- und Planspiele, machen Musik und Theater.
Aus Streichhölzern, Buchrücken, Bambusstecken, Röhrli, Metall, Plastik, Zahnstochern, Karton, Hölzern oder Frischhaltepapier entstehen Türme, Strassen, Monster, Häuser, Brettspiele, Kugelbahnen und Musikinstrumente.

Die Bauphase ist dann besonders spannend, wenn auch die Schwerkraft oder spezielle Techniken mitspielen. So braucht es zur Verstrebung der Bambusstäbe den Mastwurfknoten. Beim Schattentheater spielen Nähe und Distanz zur Leinwand die Hauptrolle.

Manchmal ist die Arbeit zu wenig stabil und das Niederreissen gewollt. Aus unzähligen Buchrücken baut eine Gruppe Häuser und Städte, Schiffe und Brücken oder Türme vom Boden bis zur Decke, die als Höhepunkt, dicht an dicht aneinander gereiht mit einem Rauschen zu Boden sinken.

In allen Ateliers zeigt sich der fliessende Übergang vom Bau zum Spiel.Nach dem Aufzeichnen eines Spielplans programmiert eine Kindergruppe eine Bee-Bot-Biene so, dass sie eine bestimmte Route fahren und ein Ziel anfahren kann. Spielerisch wird danach die Grundidee weiterentwickelt und es entsteht eine kleine Aufführung mit einem Bienentanz.

Die ältesten Schülerinnen und Schüler des Schulhauses erarbeiten ein Theaterstück. Sie bespielen den ihnen seit sechs Jahren sehr vertraut gewordenen Pausenplatz und die Eingangshalle. Gemeinsam müssen sie sich Gedanken machen, was die Menschheit ausmacht um eben diese zu retten. Ob das Erbauen von Tetraedern auf Papier die Menschheit retten wird?

Während der Projektwoche treffen sich alle Schülerinnen und Schüler am Morgen als erstes zu einem gemeinsamen Einstieg. Im grossen Kreis tanzen wir den afrikanischen Wumba-Wumba-Tanz, singen oder sind die ersten Zuschauer einer Szene des Theaterstücks der 6. Klässler. Kleine Aufträge zum Bau gemeinsamer Werke lassen am Maschendrahtzaun des Sportplatzes fröhliche Bänder in lustigen Gebilden flattern und an der Wand vom Holzschopf kleine aber von weitem sichtbare Farbverzierungen entstehen.
Die Steinspirale, die am ersten Morgen entstand, indem jedes Kind einen Stein dazulegte, wurde tagelang sorgfältig von allen erhalten, bis die Steine schlussendlich dann doch in ein Spiel eingebaut und einer anderen Bedeutung zugeführt wurden. Die Idee aber, dass wir zusammen etwas bauen können, das uns inspiriert und zum Spielen anregt, wird uns in Erinnerung bleiben.


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